WM Forum 2006

Mittwoch, April 26, 2006

Der Bus is voll Mehmet... Jens, steig ein!

Der Kampf um die Plätze im WM-Kader geht in die letzte Runde. Während Klinsmann dem Mittelfeldspieler Mehmet Scholl eine Absage erteilt hat, lud er Jens Nowotny zum Fitnesstest der Nationalmannschaft ein. Wer zu diesem Test eingeladen wurde, kann sich große Hoffnungen machen - Scholl war nicht dabei.

Für den Kader der WM sehen die Verantwortlichen 8 Abwehr-, 8 Mittelfeldspieler sowie 4 Stürmer vor.
Besonderes Augenmerk gebührt den potenziellen Mittelfeldspielern, da haben wir 8 Kandidaten für 8 Plätze (Kehl, Ernst, Frings, Schweinsteiger, Ballack, Schneider, Borowski und Hitzlsperger - einen vergessen?). Das sieht nach einem harten Konkurrenzkampf aus, oder? Nachdem Sebastian Deisler (ehemals "Basti Fantasti") definitiv verletzungsbedingt ausfällt, scheinen Alternativen zu fehlen.

Im Gegensatz zur Abwehr: Zehn Spieler + Nowotny, hier geht's wirklich noch zur Sache... und die Auswahl ist verhältnismäßig groß.

Wenn es also um die Personalien Scholl und Nowotny geht, verstehe ich Klinsmanns Personalpolitik einfach nicht, ich habe nichts gegen den erfahrenen Abwehrchef von Bayer, finde es schön, dass er seine Chance beim Fitnesstest nutzen konnte; nur diese Chance hätte man Mehmet Scholl auch einräumen können.

Freitag, April 21, 2006

Soll Scholl mit?

Mit seinen 35 Jahren gehört Mehmet Scholl schon zu den "erfahrenen" seiner Zunft, dabei zeigt der Bayern-Profi in den letzten Wochen, dass er das spielerische Feuer eines jungen Wilden hat. So war er an der 1:0 - Führung gegen Arminia Bielefeld mit einer starken Vorarbeit beteiligt und sorgte mit dem Tor zum 2:0 für die Entscheidung.


Durch die gezeigten Leistungen brachte der 36-malige Nationalspieler seine Person ins WM-Gespräch; Klinsmann sieht derweil andere Spieler vor Mehmet Scholl in der National-Elf, merkt aber auch an, dass alles möglich sei.
Befürworter Scholl's sehen seine Qualitäten, sofort nach der Einwechslung im Spiel zu sein, der Mannschaft in schwierigen Situationen einen Ruck geben zu können, als klare Bereicherung.
Auf der anderen Seite wird bemängelt, er sei nicht fit genug seine vorhandenen Qualitäten 100%-ig im Laufe des Turniers halten zu können.
Ein positives Zeichen wäre sicherlich eine vorzeitige Vertragsverlängerung bei Bayern München um ein weiteres Jahr. Uli Hoeneß lässt sich aber wohl noch etwas Zeit mit dieser Entscheidung.

Ich bin ein klarer Befürworter einer Mitnahme von Mehmet Scholl zur WM. Neben den bereits erwähnten Vorteilen sehe ich ihn auch als unersetzlich, was Standardsituationen angeht. Ich kann mich an eine Zeit erinnern (gar nicht allzu lange her), da hat der quirlige Mittelfeldspieler fast jeden Freistoß in der Nähe des gegnerischen Strafraums verwandelt. Er kann auch mal einen gefährlich scharfen Freistoß bzw. eine Ecke reinbringen. Vor allem, nachdem Sebastian Deisler definitiv nicht bei der WM dabei sein wird, fehlen diese Standardspezialisten.

Und wenn man geneigt ist zu sagen, er passe nicht in Klinsmann's Konzept, so sage ich: Soll er doch neben Oliver Kahn auf der Bank sitzen! Dann hat der Reserve-Torhüter wenigstens jemanden zum plauschen ;-)

Montag, April 10, 2006

Kahn ist dabei!

Oliver Kahn beantwortete am heutigen Montag in einer Pressekonferenz die Frage, die sich Fußball-Deutschland seit Klinsmanns Entscheidung für Lehmann als Nummer 1 stellte: Kahn wird bei der WM als Ersatztorwart bereit stehen. Er habe sich noch nie gedrückt und wolle für "positive Stimmung und Euphorie" sorgen. Er betonte ausdrücklich, die Mannschaft und Jens Lehmann werden seine volle Unterstützung erhalten. Erste Reaktionen von Klinsmann und Bierhoff waren erwartungsgemäß positiv ob der sportlichen Einstellung des Bayern-Schlussmanns. So gab es vom Bundestrainer ein "Riesenkompliment" und Oliver Bierhoff sagte: "Oliver Kahn hat wieder einmal bewiesen, dass er ein großer Sportsmann ist."
Nachdem dieses leidige Thema endlich vom Tisch ist und wir zwei sehr starke Torhüter im Kader haben, die zusammen für ein Ziel arbeiten, blicke ich erleichtert und voller Respekt für Oliver Kahn dem Turnier entgegen.

Freitag, April 07, 2006

Lehmann ist die Nummer 1

Heute gab Jürgen Klinsmann überraschend "früh" bekannt, dass Jens Lehmann das Tor bei der WM 2006 in Deutschland hüten wird. Lehmann passe besser zur Spielphilosophie, heißt es aus Kreisen des Trainer-Stabes der National-Elf.
Kahn äußerte sich bisher nicht zu der Entscheidung und traf sich am Nachmittag mit Verantwortlichen der Bayern, um über die Reaktion zu beraten.
Ich selbst begrüße die Entscheidung pro Lehmann, der in den letzten Monaten anscheinend nicht nur mich mit sehr guten, konstanten Leistung und medialer Gelassenheit beeindruckte. Nun ist zu hoffen, dass Kahn die Rolle des Ersatztorhüters professionell und sportlich akzeptiert.
Man darf auf Oliver Kahns (und Uli Hoeneß' :-) Reaktion gespannt sein.

Klinsmann: Held oder gescheiterter Revolutionär

Als Jürgen Klinsmann nach dem EM-Vorrunden-Aus der Deutschen Fußballnationalmannschaft die Truppe übernahm, stellte er sich großer Aufgaben: Generationenwandel, weitgreifende Umstrukturierungen und Einführung neuer Trainingsmethoden.
Alle schauten gespannt dem Confederations-Cup entgegen, die Generalprobe für den Veranstalter der kommenden WM und Klinsmanns Zwischenprüfung. Außerhalb des Platzes war es ein gelungenes Fest und schürte die Freude der Weltöffentlichkeit kommendes Jahr zu Gast bei Freunden zu sein. Und auch auf dem Grün ging es sportlich anspruchsvoll zu Werke, machte Spaß und zuversichtlich mit Blick auf das dynamische Duo "Poldi" und "Schweini" sowie auf den Rest der deutschen Mannschaft.
Die Vorfreude verflachte zusehends, und dass nicht nur ob mäßiger Testspiel-Ergebnisse; vor allem das Trainer-Gespann mit dem kalifornischen Zugpferd Klinsmann musste arge Kritik einstecken. Die ewige Wohnort-Diskussion des Nationaltrainers schaffte hierzulande gereizte Stimmung. Zudem die immer noch ungeklärte Torwartfrage, die vor allem die Gemüter in München zur Weißglut treibt.
Heute setzt sich Klinsmann mit seinen Beratern zusammen, um unter anderem über eben diese Frage der Fragen zu diskutieren. Eine endgültige Entscheidung wird aber trotzdem erst Ende des Monats erwartet.
Während Kahn in jeglichen Interviews bekräftigt, er sei laut Klinsmann die Nummer eins gewesen und wird es auch beim kommenden Turnier sein, fühlt sich Jens Lehmann seinerseits aufgrund der gezeigten Leistungen der letzten Monate als erster Anwärter auf den Platz zwischen den Pfosten. Wie (un)professionell der Verlierer des Wettbewerbs auf die Entscheidung des Trainerstabes reagieren wird, bleibt eine spannende Frage.

Viel interessanter jedoch ist und bleibt, wie weit wird es die deutsche Nationalmannschaft bei der WM bringen? Und: Wird das Trio Klinsmann, Löw und Bierhoff auch nach der Weltmeisterschaft bei dem Länderspiel gegen Schweden am 16.August in Gelsenkirchen das deutsche Team leiten?

Dienstag, April 04, 2006

Kaum Hoffnung für Lauth

Im Interview mit dem Kicker gab Bundestrainer Jürgen Klinsmann den zuletzt stark spielenden Benny Lauth wenig Hoffnung auf eine Teilnahme bei der WM in Deutschland. Kurz vor Abflug nach Kalifornien stellte er klar: "... Für den Angriff gehört Benny Lauth nicht zu unserem erweiterten Kader."

Der Hamburger Stürmer zeigte sich in den letzten Pflichtspielen sehr stark und konnte endlich wieder Selbstvertrauen durch Tore tanken.
Aber der WM-Zug ist wohl abgefahren...